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Buchheim

Bilder und Textteile bei www.koeln.de (hier: © Rheinisches Bildarchiv + © Stadtkonservator/in) entnommen.

Früher besiedelt als Mülheim

Buchheim ist als Ort älter als Mülheim, das heutige Zentrum des Stadtbezirkes. Es ist einer der ältesten Orte im rechtsrheinischen Köln und erhielt seinen Namen vom hiesigen Buchenwald.

Stadtkonservator/in, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege

Den ältesten Ortsteil bildete die Burg Herl, ein altfränkischer Lehenshof aus dem 9. Jahrhundert. Den Kern des Ortes bildete der Buchheimer Hof. Das Haus Herl und die Herler Mühle erinnern noch heute an diese Ursprünge.

Schon im 11. Jahrhundert besaß Buchheim eine eigene Kirche und war Sitz einer Honschaft
(mittelalterlicher Verwaltungsbezirk) des Deutzgaus. 

Die noch heute erhaltene Burg Herl wurde 1663 von M. Nagel erbaut und ist die älteste der
rechtsrheinischen Wasserburgen Kölns.
Im 18.Jh. wurde ein Park, mit der Kapelle St. Johann Nepomuk angelegt. 
Die frühere Pfarrkirche Sankt Mauritius wird erstmals um 1160 namentlich erwähnt. Sie war lange Zeit das kirchliche Zentrum des heutigen Stadtbezirkes, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass der Buchheimer Hof kirchliches Lehen des Domkapitels war. Der Einfluss des Domküsters kam Buchheim sehr zu Gute. 1896 wurde von E. Blank die kath. Pfarrkirche St. Mauritius (Alte Wipperfürther Straße 53) im neugotischem Stil errichtet.
Die neugotische Backstein – Hallenkirche wurde im 2.Weltkrieg verschont und besitzt daher noch weitestgehenst seine ursprüngliche Ausstattung.
Erst 1961-63 erhielt der Ortsteil mit der von R. Resch verwirklichten Kreuzkirche (Wuppertaler Straße21) ein evangelisches Gotteshaus.

Der Stadtteil Buchheim (903) gehört zum Stadtbezirk 9 - Mülheim

 

 

Rheinisches Bildarchiv Köln

Wirtschaftlich gesehen war die Zeit des Einflusses durch das Domkapitel für Buchheim die Blütezeit. Später, im 19. Jahrhundert während der wachsenden Industrialisierung, lief das benachbarte Mülheim Buchheim den Rang ab. Dies lag zum großen Teil daran, dass Mülheim im Gegensatz zu Buchheim direkt am Rhein lag. Die Industriebetriebe Mülheims breiteten sich jedoch bis nach Buchheim aus.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Buchheim zum Wohnvorort für Industriearbeiter und ihre Familien (zum Beispiel in der Wichheimer Straße).

Buchheim ist trotz der zentralen Lage im Stadtbezirk Mülheim und der flächendeckenden Bebauung sehr ursprünglich geblieben. Viele traditionelle Vereine und Feste bestimmen das Leben in diesem Ortsteil. Von der Buchheimer Kirmes heißt es, dass sie eine 500 Jahre lange Tradition haben soll. Angeblich war bereits der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe dort zu Gast.

 

Rheinisches Bildarchiv Köln/Achim Bednorz

Friedhofskapelle Sankt Mauritius, Haus Herl (Wasserburg), "Herjottszeigefinger" (der Turm von Sankt Mauritius), Herler Mühle, Villa Hahnenburg und der Geburtsort von Willi Ostermann (Hinweistafel auf das Geburtshaus an Feuerwache Berg.-Gladbacher Str,/Mülheimer Ring)